Mitglieder-Porträt

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„Ich wollte etwas hinterlassen, das bleibt“ – Porträt von Hans Krüger

Wenn Hans Krüger die Tür öffnet, lacht er als Erstes über das Aufnahmegerät. „Wofür braucht ihr denn so was, ich rede doch ohnehin viel zu viel.“ Er bittet uns in die Küche, stellt Kaffee auf den Tisch und beginnt – tatsächlich, ohne dass wir die erste Frage stellen müssten.

Vom Skeptiker zum Gründungsmitglied
2011, als die Neue Wege eG gegründet wurde, war Hans noch Lehrer an einer Berufsschule in Dresden. Ein Kollege hatte ihn auf einen Infoabend mitgenommen. „Ich war skeptisch, ehrlich gesagt. Genossenschaft klang für mich nach DDR-Konsum und alten Strukturen.“ Doch was er an diesem Abend hörte, ließ ihn nicht mehr los: die Idee, dass normale Menschen gemeinsam in saubere Energie investieren können – ohne Großkonzerne, ohne anonyme Fonds, ohne komplizierte Finanzprodukte.
Drei Wochen später hat er zehn Anteile gezeichnet. Heute sind es 42.

Drei Enkelkinder, drei Mitgliedschaften
Was Hans besonders am Herzen liegt: die nächste Generation. Zur Geburt seiner Enkelkinder hat er jeweils fünf Anteile gezeichnet und den Eltern die Mitgliedschaft als Geschenk übergeben. „Das ist kein Sparbuch, das nichts mehr bringt. Das ist eine Beteiligung an etwas, das die Welt ein bisschen besser macht – und sie sehen, wie es wächst.“
Seine älteste Enkelin Marie ist mittlerweile 14 und kommt regelmäßig zu den Sommer-Wartungsterminen in Bergfeld mit. „Sie weiß genau, wie eine Wechselrichter-Anzeige funktioniert. Mehr als ich in ihrem Alter über Stromversorgung wusste.“

Was er jüngeren Mitgliedern mitgeben möchte
Auf die Frage, was er jüngeren Mitgliedern raten würde, denkt Hans lange nach. „Geht hin. Schaut euch die Anlagen an. Stellt Fragen auf der Generalversammlung. Das ist eure Genossenschaft, nicht die der Vorstände. Demokratie funktioniert nur, wenn ihr sie auch nutzt.“
Und dann, nach einer Pause: „Und wenn euch jemand erzählt, mit ein paar hundert Euro könne man nichts bewegen – der hat den Punkt nicht verstanden. Es geht nicht ums einzelne Geld. Es geht darum, dass wir viele sind.“